SGD-Blog
Plattform für SGD'ler irgendwo an einem Wettbewerb oder in einem Lager
da ich während der JSM eher wenig Zeit fürs Internet hatte schreibe ich eine Zusammenfassung über den ganzen Wettbewerb aus meiner Perspektive.
1. Tag:
Tagwache um 7 Uhr, Wasser geladen um 8 Uhr. Die Vorbereitung schien zu stimmen, mit genügend Zeit bereitete ich mich auf den 1. Wettbewerbsflug vor, obwohl ich nicht genau wusste auf was genau. Am Briefing wurde dann die Aufgabe - AAT. im Jura und Mittelland - bekannt. Froh, die Aufgabe im Jura fliegen zu "dürfen" und nervös, eine AAT Aufgabe fliegen zu "müssen" ging ich die Aufgabe vor dem Start durch und machte mich schliesslich startklar. Ein kleiner Vorteil war auch, dass ich in der letzten Startreihe positioniert war und so nicht lange warten musste bis die Startlinie eröffnet wurde. Als sie zum Abflug freigegeben wurde zögerte ich nicht lange und flog einer 3er Gruppe nach. Wir gelangten zu 4. auf die 1. Jurakrete wo uns eine Konvergenz ziemlich schnell vorankommen liess. Ich bemühte mich schnell zu fliegen was mir im Jura gut gelang, und konnte der 3er Gruppe entfliehen. Am Chasseral beschloss ich eine frühe Wende zu machen, da die Aussichten gegen Westen eher grau und betrübt waren und tiefe Flugzeuge, die entgegenkamen, dies bestätigten.
auf dem Rückweg konnte ich die Konvergenz wieder nutzen und beim 2. AAT Sektor begann ich dann den 1. Fehler, ihn nicht richtig auszufliegen.
somit konnte ich vom "guten" Schnitt im Jura kaum profitieren da ich noch viel zu viel Zeit übrig hatte und den 3. Sektor auch nicht optimal ausgeflogen bin, da ich mich nach einem tiefen Aufenthalt entschied wieder umzukehren.
2. Tag
Der Tag begann eher trüb und nach der ersten verteilten Aufgabe war ziemlich schnell klar, dass diese unmöglich geflogen werden konnte. Nach einem 2. und 3. Briefing gab's dann schliesslich die Aufgabe auf die wir uns aufmachten - um 5 Uhr Abends. Wir schleppten Richtung Hotzenwald und suchten alle nach irgendwelchem Steigen. Die Aufgabe erschien mir - für mich zumindest - unmöglich und so drehte ich schon nach 5 Kilometer wieder richtung Schupfart ab. Ich wollte das Risiko nicht eingehen mich knietief nördlich von Hütten einzugraben. Als ich wieder beim Flugplatz Schupfart ankam und Marc Gerber und Reto Frei sah auf gleicher Höhe beruhigte mich dies und so konnte ich mit gutem Gewissen zum Fondue Chinoise am Abend voranschreiten.
3. Tag
Der Wetterbericht am Briefing versprach so einiges und so war ich gespannt auf das Wetter. Die Aufgabe - wieder ein AAT - auf der schwäbisch Alb fand ich interessant, da ich das erste mal auf die Alb ging und ein grosser Wendekreis gewisse Freiheit liess. Ich wählte leider (fast als einziger) eine südliche Route, da ich keinen grossen Umweg fliegen wollte und der direkte Weg optisch einen guten Eindruck erweckte. So verpasste ich die schnelle Linie die super Schnitte ermöglichte ( ca .117km/h) und fand mich stattdessen immer wieder tief und musste schwache Bärte auskreisen um wieder einen Stärkeren suchen zu können, was sich leider einige male weiterzog. Bei der 1. Wende wechselte ich schliesslich, falscherweise, zu einer Linie weiter nördlich, da ich über den Funk von der guten Linie gehört habe. Leider baute sich vor mir alles ab und ich kam nur langsam, und wieder tief, vorwärts. den Einstieg in den Schwarzwald gelang mir jedoch ziemlich gut da ich mich westlich von Donaueschingen am Sägewerk von 1400m auf gut 2500m mit einem 3-4m/s Bart kurbelte. Von da an ging ich in den Endanflug über, der leider nicht ganz aufging und ich noch einmal kurbeln musste, um dann tiieef den letzten punkt anzuschneiden und eine direkte Landung zu machen.
4. Tag
Neutralisiert: Ausflug nach Bad Säckingen mit einem deliziösen Knoblauch Steak mit Spätzle, was auch das persönliche Highlight des Tages blieb.
5. und letzter Tag
Eher wechselhaftes Wetter mit Schaueraktivität zwang die Konkurrenzleitung wieder zu einer AAT Aufgabe im Jura über min. ca. 230km. Dieses mal stand ich in der 2. Startreihe und konnte schon ein wenig Richtung Westen fliegen und das Wetter beobachten. Ich traf Steigwerte von 1-2.5m/s an und war eher optimistisch obwohl sich schon die ersten dunklen Wolken zeigten, die mich zu einem frühen schnellen Abflug ermuntern hätten sollen.
Später als ZC und VA flog ich mit G9 ab und wir konnten anfangs schnell vorfliegen. Höhe Balsthal sahen wir dann in Moutier eine Schauerzelle die wir umfliegen mussten. Von VA bekamen wir Informationen dass es südlich nicht so super lief und so entschieden wir uns nördlich der Zelle entlang des Raimeux' zu fliegen. Wir rutschten auf den Raimeux hinauf und konnten erst keine brauchbaren Steigwerte finden und so schwand die Höhe. Wir fanden uns wieder mit ca 1000m am Nordhang der zum Glück funktionierte und uns mit 1.5m/s wieder auf ca 1600 (Basis) brachte. So flogen wir weiter westlich entlang des Delsbergbeckens um immer eine sichere Aussenlandemöglichkeit zu haben und mussten wieder mit etwa 1100m einen schwachen Bart auskreisen. Stets suchten wir ein Feld auf dem wir landen könnten bevor wir es brauchten und so konnten wir ... relativ... entspannt die noch vorhandene Thermik nutzen. Das Meteoflugzeug kreiste im selben Gebiet und markierte uns 1.5m/s die uns wieder an die tiefe Basis brachten. Unser Plan nach der Schauerzelle wieder eine südliche Linie zu fliegen ging nicht auf und so rutschten wir in die Freiberge, mit einer relativ tiefen Basis. Um den 1. Wendekreis zu holen mussten wir jedoch über die Freiberge zum Ostende des CTR Chaux-de-fonds gleiten was uns Probleme bereitete. Nach 2 Versuchen rüberzugleiten fasste ich den Entschluss tief nach St. imier zu gleiten und G9 flog westlicher, dem Doubs entlang, der noch für ein wenig Thermik sorgte. Auf der Kante von St. Imier konnte ich kein Steigen mehr finden und versuchte mein Glück an der Nordseite des Chasserals am Hang, was kläglich scheiterte und mich auf direktem Weg nach Courtelary beförderte... um das Fly-In nachzuholen.
Fazit:
Die JSM brachte mir keinen Ruhm, jedoch viel Erfahrung. Wir hatten interessantes und abwechslungsreiches Wetter welches mich profitieren liess. Die Tiefe Basis am letzten Tag war auch lehrreich da man sich gut vorsehen musste um nicht in die Situation zu gelangen in der wir schlussendlich steckten.
Tags: Untagged
Hallo Beat
Danke für den ausführlichen und selbstkritischen Rückblick. Nur so kommt man weiter!
Ich danke an dieser Stelle auch für die Berichterstattung vom Wettbewerb. Die Hit-Zahlen zeigen auf, dass es die Besucher unserer Homepage wirklich interessiert. Es wäre schön wenn sich alle Piloten daran beteiligen würden (oder noch werden).
UWi